Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten mit Seitenkanalverdichtern
In Biogas- und Umwelttechnikprozessen können Flüssigkeiten gelöste oder mitgeführte Gase enthalten. Seitenkanalverdichter können eingesetzt werden, um Luft- oder Gasströme bereitzustellen, die Entgasungsprozesse unterstützen und Gase gezielt aus Flüssigkeiten austreiben oder abführen.
Was passiert bei der Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten?
Bei der Ausgasung oder Entgasung werden gelöste, eingeschlossene oder mitgeführte Gase aus einer Flüssigkeit entfernt. Das kann erforderlich sein, wenn Gase den weiteren Prozess stören, Gerüche verursachen oder in einer nachgeschalteten Stufe gezielt abgeführt werden sollen.
Ein Seitenkanalverdichter kann in solchen Prozessen einen definierten Luft- oder Gasstrom bereitstellen. Dieser Strom kann über Leitungen, Düsen, Begasungselemente oder andere Einbringstellen in die Flüssigkeit oder in den Entgasungsbereich geführt werden. Durch die Strömung werden Gase aus der Flüssigkeit ausgetrieben oder der Abtransport freigesetzter Gase unterstützt.
Ziel ist eine kontrollierte Entgasung der Flüssigkeit. Die Auslegung richtet sich nach Flüssigkeitsmenge, Behältergröße, Einbringstelle, erforderlichem Volumenstrom und Druckbedarf.
Typische Anforderungen an die Verdichtertechnik
- definierter Luft- oder Gasvolumenstrom für den Entgasungsprozess
- ausreichender Überdruck für Düsen, Begasungselemente oder Einblasstellen
- Auslegung nach Behältergröße, Flüssigkeitsmenge und Einblastiefe
- Berücksichtigung von Leitungslängen, Verteilern und Druckverlusten
- geeignete Betriebsweise für Dauerbetrieb oder Intervallbetrieb
- Prüfung von Feuchtigkeit, Kondensat und Prozessumgebung
- geeignete Werkstoffe und Abdichtung bei feuchter oder belasteter Atmosphäre
- ATEX-Ausführung nur, wenn Aufstellort, Medium oder Zoneneinteilung dies erfordern
Prozessbeschreibung: Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten mit Seitenkanalverdichter
Bei der Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten werden Gase aus einem flüssigen Medium entfernt oder gezielt abgeführt. Solche Gase können gelöst, eingeschlossen oder durch biologische beziehungsweise technische Prozesse entstanden sein. Je nach Anlagenkonzept kann die Entgasung in Behältern, offenen Becken, geschlossenen Tanks oder separaten Entgasungsstufen erfolgen.
Ein Seitenkanalverdichter kann dabei die Aufgabe übernehmen, einen definierten Luft- oder Gasstrom bereitzustellen. Dieser Strom wird über Rohrleitungen, Verteiler, Düsen oder Begasungselemente in den Prozess eingebracht. Durch die entstehende Strömung können gelöste oder mitgeführte Gase aus der Flüssigkeit ausgetrieben werden. Gleichzeitig kann der Verdichter dazu beitragen, freigesetzte Gase aus dem Entgasungsbereich abzuführen oder den Gaswechsel im Prozessraum zu unterstützen.
Die Auslegung richtet sich unter anderem nach dem benötigten Volumenstrom, dem erforderlichen Überdruck, der Flüssigkeitshöhe, der Einblastiefe, dem Behältervolumen, der Anzahl der Einbringstellen und den vorhandenen Druckverlusten. Auch die Betriebsweise ist wichtig: Manche Prozesse benötigen eine kontinuierliche Entgasung, andere arbeiten intervallweise oder nur bei bestimmten Betriebszuständen.
Da Entgasungsprozesse häufig mit feuchter Luft, Prozessgasen oder belasteten Atmosphären verbunden sein können, sollten Materialauswahl, Abdichtung und mögliche Korrosionsschutzmaßnahmen geprüft werden. Je nach Medium, Anlagenbereich und Zoneneinteilung kann außerdem eine geeignete ATEX-Ausführung erforderlich sein.
Warum ATEX und Korrosionsschutz wichtig sein können
Bei der Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten hängt die ATEX-Anforderung stark vom konkreten Medium, vom freigesetzten Gas und vom Aufstellort des Verdichters ab. Wird nur normale Luft in einem nicht explosionsgefährdeten Bereich gefördert, kann eine Standardausführung ausreichend sein. Entstehen oder sammeln sich jedoch brennbare Gase, muss die Zoneneinteilung der Anlage berücksichtigt werden.
Auch Korrosionsschutz kann wichtig sein. Feuchtigkeit, Kondensat oder aggressive Bestandteile aus dem Prozess können Bauteile langfristig belasten. Besonders bei Stillstandszeiten, Temperaturunterschieden oder ungünstiger Leitungsführung kann sich Feuchtigkeit in Leitungen oder im Inneren der Maschine niederschlagen.
Korrosion kann die Funktion des Seitenkanalverdichters beeinträchtigen. Deshalb sollte die Maschine nicht nur nach Volumenstrom und Druck ausgewählt werden, sondern auch nach Medium, Feuchtigkeit, Prozessumgebung, Aufstellort und sicherheitstechnischen Anforderungen.
Mögliche Schutzmaßnahmen bei feuchter oder belasteter Prozessluft
Bei Entgasungsprozessen können Feuchtigkeit, Kondensat oder belastete Prozessluft auftreten. Deshalb sollte bei der Auslegung geprüft werden, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen für den konkreten Einsatzfall sinnvoll sind.
Mögliche Maßnahmen können sein:
- geeignete Materialauswahl für Gehäuse, Laufrad und Verbindungselemente
- behandelte oder versiegelte Innenflächen
- Edelstahlschrauben für besonders beanspruchte Bereiche
- abgedichtete Ausführung zur besseren Trennung sensibler Bereiche
- Prüfung möglicher Kondensatbildung in Leitungen und Maschine
- geeignete Aufstellung des Verdichters außerhalb besonders feuchter Bereiche
- regelmäßige Kontrolle bei Anlagen mit längeren Stillstandszeiten
Welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich sind, hängt von Medium, Feuchtigkeit, Temperatur, Betriebsweise, Leitungssystem, Aufstellort und Anlagenumgebung ab.
Seitenkanalverdichter für Entgasungsprozesse auslegen lassen
Für die Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten muss der Seitenkanalverdichter passend zum benötigten Luft- oder Gasvolumenstrom, zum Druckbedarf und zur Einbringstelle ausgewählt werden. Entscheidend sind unter anderem Behältergröße, Flüssigkeitshöhe, Einblastiefe, Leitungslängen, Verteilsysteme, Druckverluste und Betriebsweise.
SKVTechnik unterstützt Sie bei der Auswahl eines geeigneten Seitenkanalverdichters für Ihren konkreten Einsatzfall. Besonders bei feuchter Prozessluft, möglichen Stillstandszeiten, belasteter Atmosphäre, ATEX-relevanten Bereichen oder Korrosionsschutzanforderungen sollte die Maschine anwendungsbezogen geprüft werden.
Diese Angaben helfen bei der Anfrage:
- Einsatzfall: Ausgasung oder Entgasung von Flüssigkeiten
- Art der Flüssigkeit oder des Mediums
- Behältergröße oder Flüssigkeitsvolumen
- benötigter Luft- oder Gasvolumenstrom
- erforderlicher Überdruck an der Einbringstelle
- Flüssigkeitshöhe und Einblastiefe
- Anzahl und Art der Düsen, Verteiler oder Begasungselemente
- Leitungslänge und Rohrleitungsquerschnitt
- mögliche Druckverluste im System
- Betriebsweise: Dauerbetrieb, Intervallbetrieb oder Standby
- Temperatur und Feuchtigkeit der Umgebung
- Aufstellort des Verdichters
- mögliche ATEX-Anforderungen, falls relevant
- gewünschte Korrosionsschutzmaßnahmen