Seitenkanalverdichter für Biogasanlagen
ATEX-Ausführungen, Korrosionsschutz und passende Verdichterauswahl für feuchte und anspruchsvolle Biogasprozesse.
SKVTechnik unterstützt Anlagenbetreiber, Planer und Anlagenbauer bei der Auswahl geeigneter Seitenkanalverdichter für Biogasanwendungen. Dazu gehören Prozesse wie Gasrezirkulation, gasgestützte Fermenterdurchmischung, Biogasförderung, Entschwefelung, Abluftbehandlung und Gastransport zwischen Anlagenteilen.
Je nach Einsatzfall sind Volumenstrom, Druckbereich, ATEX-Anforderung, Feuchtigkeit, Korrosionsbelastung und die gewünschte Sonderausführung entscheidend für die Auswahl der passenden Maschine.
Warum Seitenkanalverdichter in Biogasanlagen eingesetzt werden
Seitenkanalverdichter fördern Luft oder Gas mit großen Volumenströmen bei niedrigen bis mittleren Druckbereichen. Genau deshalb sind sie für viele Nebenprozesse in Biogasanlagen geeignet. Sie werden nicht als Hochdruckverdichter eingesetzt, sondern übernehmen Aufgaben, bei denen ein kontinuierlicher Gas- oder Luftstrom benötigt wird.
In Biogasanlagen können Seitenkanalverdichter unter anderem zur Umwälzung von Biogas, zur Gaseinblasung in Fermenter, zur Förderung von Biogas zum Blockheizkraftwerk, zur Luftversorgung von Entschwefelungsprozessen oder zur Belüftung von Abluftbehandlungssystemen verwendet werden.
Wichtig ist dabei immer die konkrete Auslegung. Die passende Maschine hängt nicht allein vom gewünschten Volumenstrom ab. Auch Druckverluste, Leitungslängen, Medium, Feuchtigkeit, Temperatur, Aufstellort und ATEX-Zoneneinteilung müssen berücksichtigt werden.
1. Gasrezirkulation im Fermenter
Bei der Gasrezirkulation wird erzeugtes Biogas aus dem Gasraum oder einem nachgeschalteten Bereich entnommen und wieder in den Fermenter zurückgeführt. Über Gaslanzen oder Düsen entstehen Strömungen, die zur Durchmischung des Substrates beitragen und Schwimm- oder Sinkschichten vermeiden helfen.
2. Gasgestützte Fermenter-durchmischung
Bei der gasgestützten Durchmischung wird Biogas am Behälterboden eingeblasen. Die aufsteigenden Gasblasen bewegen das Substrat und können mechanische Rührwerke unterstützen oder teilweise ersetzen.
3. Temperatur-homogenisierung
Durch die Zirkulation von Gas kann Wärme im Fermenter gleichmäßiger verteilt werden. Ziel ist es, Temperaturgradienten zu reduzieren und stabile biologische Prozesse zu unterstützen.
4. Förderung von Biogas zum BHKW
Nach der Erzeugung wird Biogas häufig zu einem Blockheizkraftwerk transportiert. Seitenkanalverdichter können den Gastransport unterstützen, wenn niedrige bis mittlere Druckanforderungen bestehen.
5. Biologische Entschwefelung
Bei der biologischen Entschwefelung werden definierte Luftmengen in den Prozess eingebracht. Dadurch kann der biologische Abbau von Schwefelwasserstoff unterstützt werden.
6. Belüftung von Abluftbehandlungs-systemen
Biofilter, Wäscher oder andere Abluftbehandlungssysteme benötigen Prozessluft. Seitenkanalverdichter können diese Luft bereitstellen und so zur Geruchsminderung und Emissionsreduzierung beitragen.
7. Aerobe Nachbehandlungs-stufen
In Abwasserbecken oder aeroben Nachbehandlungsprozessen wird Luft eingebracht, um mikrobiologische Prozesse zu unterstützen.
darunter/ daneben: kurzer Text zur gasgestützten Fermenterdurchmischung
8. Ausgasung und Entgasung von Flüssigkeiten
Beim Eintrag von Luft oder Gas in Flüssigkeiten können gelöste Gase ausgetrieben oder Prozesszustände stabilisiert werden.
9. Gastransport zwischen Anlagenteilen
Seitenkanalverdichter können Biogas zwischen Fermenter, Gasspeicher, Aufbereitung oder weiteren Anlagenteilen bewegen, wenn die Druckanforderungen im passenden Bereich liegen.
10. Spülen und Inertisieren von Leitungen
Für Reinigungs-, Spül- oder Außerbetriebnahmeprozesse können definierte Luft- oder Gasströme benötigt werden. Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem Sicherheitskonzept der Anlage.
Die besondere Herausforderung:
feuchtes und aggressives Biogas
Biogas ist häufig feucht und kann aggressive Bestandteile enthalten. Besonders bei Stillstandszeiten kann sich Kondensat im Inneren des Seitenkanalverdichters niederschlagen. Dieses Kondensat kann Gehäuseflächen, Laufräder, Statoren, Schrauben und weitere Bauteile angreifen.
Bei Seitenkanalverdichtern sind enge Spaltmaße für die Funktion der Maschine entscheidend. Werden Oberflächen durch Korrosion verändert, kann sich dies auf Druck, Volumenstrom und langfristige Funktionsfähigkeit auswirken.
Deshalb sollte bei Biogasanwendungen nicht nur die ATEX-Ausführung betrachtet werden. Auch der Schutz gegen Feuchtigkeit, Kondensat und korrosive Umgebungseinflüsse ist ein wichtiger Bestandteil der technischen Auslegung.
Mögliche Schutzmaßnahmen und Sonderausführungen
Je nach Anwendung und Maschinenbaugröße können verschiedene Schutzmaßnahmen geprüft werden. Dazu gehören unter anderem Oberflächenbehandlungen, Imprägnierungen, Versiegelungen, Anodisierung, Edelstahlschrauben, abgedichtete Ausführungen oder spezielle Beschichtungen für korrosive Umgebungen.
Für bestimmte Anwendungen können auch Entwässerungsbohrungen, Antikondensationsheizungen, besondere Schutzarten, Motorsensorik oder weitere Sonderausstattungen relevant sein.
Welche Ausführung technisch sinnvoll und verfügbar ist, muss immer anhand des konkreten Einsatzfalls geprüft werden. Entscheidend sind Medium, Feuchte, Temperatur, ATEX-Anforderung, Aufstellort und Betriebsweise.
ATEX und Explosionsschutz
In Biogasanlagen können explosionsfähige Atmosphären auftreten. Deshalb müssen Verdichter, Motoren und Zubehör passend zur jeweiligen Zoneneinteilung und zum vorgesehenen Einsatzbereich ausgewählt werden.
ATEX ist dabei nicht mit Korrosionsschutz gleichzusetzen. Eine ATEX-Ausführung berücksichtigt den Explosionsschutz. Der Korrosionsschutz betrifft dagegen die Beständigkeit der Maschine gegenüber Feuchtigkeit, Kondensat und aggressiven Bestandteilen.
Für eine sichere und wirtschaftliche Auswahl sollten ATEX-Anforderung, Medium, Aufstellort und Sonderausstattung gemeinsam betrachtet werden.
Produktplattform: K-Series und eSeries
Für Biogasanwendungen kommen unterschiedliche Maschinenbaugrößen und Ausführungen infrage. Die Auswahl erfolgt je nach Volumenstrom, Druckbedarf, Motorvariante, Spannungsbereich, ATEX-Anforderung und gewünschter Sonderausstattung.
Neben der K-Series steht die neuere eSeries als Produktplattform zur Verfügung. Je nach Baugröße sind einphasige und dreiphasige Varianten möglich. Für industrielle Anwendungen sind insbesondere dreiphasige Motorvarianten und passende ATEX-Ausführungen relevant.
Die konkrete Maschine wird nicht pauschal ausgewählt, sondern anhand der Prozessdaten. Dazu gehören unter anderem gewünschter Volumenstrom, benötigter Überdruck oder Unterdruck, Medium, Temperatur, Feuchtigkeit, Betriebsdauer und Aufstellbedingungen.
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Beratung und Anfrage
SKVTechnik unterstützt Betreiber, Anlagenbauer und Planer bei der Vorauswahl geeigneter Seitenkanalverdichter für Biogasanwendungen. Dazu gehören die Bewertung des Einsatzfalls, die Auswahl passender Maschinenbaugrößen, die Prüfung möglicher ATEX-Ausführungen und die Betrachtung geeigneter Korrosionsschutzmaßnahmen.
Bei besonders anspruchsvollen Anwendungen oder komplexen technischen Fragestellungen kann zusätzlich die Fachunterstützung des Herstellers FPZ eingebunden werden. Diese Unterstützung erfolgt projektbezogen, insbesondere wenn spezielle Betriebsbedingungen, besondere Medien, erhöhte Sicherheitsanforderungen oder individuelle Sonderausführungen eine weitergehende technische Bewertung erfordern.
So verbindet SKVTechnik die persönliche Projektbetreuung mit dem technischen Know-how des Herstellers.
Anfrage und nächste Schritte
Für die Auslegung eines Seitenkanalverdichters in einer Biogasanlage sind möglichst genaue Prozessdaten hilfreich.
Bitte nennen Sie bei Ihrer Anfrage:
- Einsatzfall in der Biogasanlage
- gewünschter Volumenstrom
- benötigter Überdruck oder Unterdruck
- Medium: Luft, Biogas oder anderes Gas
- Feuchtigkeit und Temperatur
- Aufstellort
- ATEX-Anforderung beziehungsweise Zoneneinteilung
- gewünschte Sonderausstattung oder Korrosionsschutzmaßnahmen
SKVTechnik prüft die Angaben und unterstützt bei der Auswahl einer geeigneten Lösung.